Kategorie-Archiv: Bauernopfer

Seite 38

Typus
Bauernopfer
Quelle
Jäger 1973
Dissertation:
Seite: 038, Zeilen: 07-11, 102-103
 
Fundstelle:
Seite(n): 113; 141, Zeilen: 16-26; 07-09
 
[Eine zusätzliche Bestätigung der ohnehin herausragenden Rolle parlamentarischer Fraktionen im innerparteilichen Willensbildungsprozeß, wie sie neuerdings vorgeschlagen wird18, könnte eine beschleunigte Angleichung an britische Verhältnisse zur Folge haben,] die den Parteien die Grundfunktion der Auswahl und Unterstützung von Parlamentarierteams zuweist, denen im übrigen sowohl die konkrete Zuweisung politischer Führungsfunktionen einschließlich der Rolle des Premierministers [bzw. des Oppositionsführers als auch die Formulierung der praktischen Politik] überlassen bleibt19.


[18 Wolfgang Jäger, Innerparteiliche Demokratie und Repräsentation, a.a.O., S. 134 f]
19 siehe dazu Robert T. McKenzie, British Political Parties, a.a.O.; und ders., Parties, Pressure Groups and the British Political Process, a.a.O., S. 257
[Seite 113, Z. 16-26]

Die Machtverteilung in den britischen Parteien wird vornehmlich als "eine Funktion der Kabinettsregierung und des britischen parlamentarischen Systems" interpretiert und legitimiert.18 In den Worten von Robert McKenzie: "… die Grundfunktionen der Parteien im britischen politischen System bestehen darin, Parlamentarierteams auszuwählen, zu organisieren und zu unterstützen, zwischen denen die gesamte Bürgerschaft bei Wahlen entscheiden kann. Die 'Selektion' und 'Unterstützung' der Teams ist hauptsächlich Aufgabe der Partei außerhalb des Parlaments; die 'Organisation' der Teams (die Zuweisung von Rollen, einschließlich der Schlüsselrolle des potentiellen Premierministers) ist die Funktion der Partei innerhalb des Parlaments." […] 19

[Seite 141, Z. 7-9]

18 Robert T. McKenzie, British Political Parties, 635.
19 Idem, "Parties, Pressure Groups and the British Political Process", in: Richard Rose (zit. Anm. 17), 255-62, 257.



Anmerkung
Es ist fraglich, ob dem Verfasser British Political Parties vorliegt, da er bzgl. dieses Werkes auf der mit a.a.O. referenzierten Seite 8 zwei im Detail unrichtige Angaben macht, die er anscheinend der Quelle Köser 1973a entnimmt.

Ebenso ist zweifelhaft, ob dem Verfasser Parties, Pressure Groups and the British Political Process vorliegt, da er bzgl. des Sammelbandes, in dem der Aufsatz enthalten ist und auf den er mit a.a.O. verweist, auf Seite 30 in zwei Punkten unvollständige Angaben macht, die er offenbar von Jäger übernimmt.
 

Seite 64

Typus
Bauernopfer
Quelle
Kaack 1971
Dissertation:
Seite: 064, Zeilen: 05-06, 101-102
 
Fundstelle:
Seite(n): 520; 524; 528, Zeilen: 103-105; 01-02, 101-102; 12
 
Die in den Analysen von Parteitagen festgestellte Dominanz der Vorstände sowohl bei Anträgen wie bei Wortmeldungen39[, trifft für den untersuchten Kreisverband nur mit Einschränkungen zu.]


39 [Heino Kaack, Geschichte und Struktur des deutschen Parteiensystems, a.a.O., S. 528;] Jürgen Dittberner, Funktionen westdeutscher Parteitage, a.a.O., S. 122 und 127
[Seite 520, Z. 103-105]

110 Jürgen Dittberner, Funktionen westdeutscher Parteitage, in: Parteiensysteme, Parteiorganisationen und die neuen politischen Bewegungen. Beiträge zur Internationalen Konferenz über Vergleichende Politische Soziologie, Berlin 1968, S. 119 ff.

[Seite 524, Z. 1-2]

Tabelle 139: Wortmeldungen und Themenbereiche auf den CDU-Parteitagen 1965 und 1967 128

[…]

Tabelle 140: Wortmeldungen und Themenbereiche auf den SPD-Parteitagen 1964 (Karlsruhe) und 1966 129

[…]


[Seite 524, Z. 101-102]

128 Vgl. Jürgen Dittberner, Funktionen der westdeutschen Parteitage, a.a.O., S. 122.
129 Ebenda.

[Seite 528, Z. 12]

Tabelle 141: Entscheidungen über Anträge auf dem SPD-Parteitag 1966

[…]

Quelle: Jürgen Dittberner, a.a.O., S. 127.



Anmerkung
Der Verfasser übernimmt zwei Verweise Kaacks auf Dittberner. Dies wäre akzeptabel, wenn er diese denn überprüft hätte. Dagegen spricht, dass sich beim Verfasser die Anfangs- und Endseitenzahlen 116 und 128 der Abhandlung, wie es bei bibliografischen Angaben zu Aufsätzen in Sammelbänden im wissenschaftlichen Schrifttum Standard ist, an keiner Stelle finden lassen – ebensowenig wie bei Kaack.

Dittberners Abhandlung wird ebenfalls auf der mit a.a.O. referenzierten Seite 61 der untersuchten Arbeit angeführt (siehe dort auch die Erläuterungen zu dem diese enthaltenden Sammelband in der Anmerkung).
 

Seite 112

Typus
Bauernopfer
Quelle
Jäger 1973
Dissertation:
Seite: 112, Zeilen: 109, 113-114
 
Fundstelle:
Seite(n): 126; 146, Zeilen: 32-34, 41; 29-30
 

46 […] Zur Problematik des imperativen Mandats siehe u. a. […] Udo Bermbach, Probleme des Parteienstaates, Der Fall Littmann, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen Nr. 1, 1970, S. 359 f; [Wolfgang Jäger, Innerparteiliche Demokratie und Repräsentation, a.a.O., S. 125-129]
[Seite 126, Z. 32-34]

Nascholds Forderung nach dem imperativen Mandat bei Innovationsentscheidungen ist verbunden mit konkreten institutionellen Vorschlägen zur Erweiterung der innerparteilichen Demokratie.

[Seite 126, Z. 41]

Bermbach schließt sich im wesentlichen Naschold an.95

[Seite 146, Z. 29-30]

95 Udo Bermbach, "Probleme des Parteienstaates. Der Fall Littmann", in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 1 (1970), 359 f. […]



Anmerkung
Unverständlich ist, dass der Verfasser Bermbach hier separat anführt, da er im unmittelbaren Anschluss auf Jäger verweist, der Bermbach im Zusammenhang mit dem imperativen Mandat im angegebenen Seitenintervall nennt. Weiterhin ist Bermbachs Aufsatz nicht in Ausgabe "Nr. 1, 1970" der Zeitschrift für Parlamentsfragen erschienen, sondern in deren Heft 3 des 1. Jahrgangs 1970. Auch auf Seite 37 verweist der Verfasser auf diese Abhandlung.
 

Seite 78

Typus
Bauernopfer
Quelle
Köser 1973b
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 01-05; 101-102
 
Fundstelle:
Seite(n): 155; 175, Zeilen: 01-07, 21-25; 13-14, 16
 
[Im Rahmen einer funk-]tionalen Systemtheorie ist diese Übernahme der Interessenartikulation durch spezialisierte Organisationen gelegentlich als politisch und organisatorisch sinnvolle Arbeitsteilung zwischen ihnen und den Parteien gerechtfertigt worden, denen vor allem in den westlichen politischen Systemen die eigentliche Funktion der Aggregation bzw. Integration dieser von jenen formulierten Interessen zufalle105.


105 Gabriel A. Almond/Bingham G. Powell, Comparative Politics, A Developmental Approach, Boston/Toronto 1966, S. 73 ff und 99

[Seite 155, Z. 1-7]

Im Rahmen ihrer funktionalen Systemtheorie nennen Almond/Powell mehrere Funktionen eines politischen Systems: Interessenartikulation, Interessenaggregation, die gouvernementalen Funktionen und die Kommunikationsfunktion. In einem Prozeß der Arbeitsteilung übernehmen die Interessengruppen die Funktion der Artikulation und die Parteien die Funktion der Aggregation der Interessen. [Die Interessengruppen produzieren sozusagen das "Rohmaterial" der Politik, indem sie ihre Forderungen, ihr "Verständnis der politischen Arena" und der "Spielregeln" und das in den politischen Prozeß hineingebrachte Ethos artikulieren.9]

[Seite 155, Z. 21-25]

Die geradezu idealtypische Festlegung der Parteien auf die Funktion der Interessenaggregation und der Interessengruppen auf die Funktion der Interessenartikulation soll offensichtlich nur für die Analyse der politischen Systeme der "westlichen Demokratien" gelten.11

[Seite 175, Z. 13-14 u. 16]

9 Gabriel A. Almond/Bingham G. Powell, Comparative Politics. A Developmental Approach, Boston/Toronto 1966, 73 ff.
[…]
11 Almond/Powell, 99.



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite. – Der Verfasser komprimiert eine Rezeptionsleistung von Köser bezüglich des Werkes von Almond / Powell und übernimmt zwei Literaturverweise. Das entsprechende Buch hat er hierbei aber anscheinend nicht in der Hand gehabt, da ihm sonst aufgefallen sein müsste, dass der Name des zweiten Co-Autors nicht Bingham G. Powell, sondern G. Bingham Powell, Jr. lautet. Auch auf Seite 40 werden Almond / Powell erwähnt. Wie dort findet sich auch im Literaturverzeichnis der fehlerhafte Vorname Powells.

Da Köser (S. 158) im folgenden Absatz mit Fußnote 106 angeführt wird, Wertung als Bauernopfer.
 

Seite 77

Typus
Bauernopfer
Quelle
Köser 1973b
Dissertation:
Seite: 077, Zeilen: 32, 110-111
 
Fundstelle:
Seite(n): 155; 174, Zeilen: 01-04; 45-46
 
Im Rahmen einer funk-[tionalen Systemtheorie ist diese Übernahme der Interessenartikulation durch spezialisierte Organisationen gelegentlich als politisch und organisatorisch sinnvolle Arbeitsteilung zwischen ihnen und den Parteien gerechtfertigt worden, denen vor allem in den westlichen politischen Systemen die eigentliche Funktion der Aggregation bzw. Integration dieser von jenen formulierten Interessen zufalle105.]


[104 siehe dazu u. a.: …] Bradbury Seasholes, Voting, Interest Groups and Parties, (Einführung und Reader), Glanview/Illinois 1966

[Seite 155, Z. 1-4]

Im Rahmen ihrer funktionalen Systemtheorie nennen Almond/Powell mehrere Funktionen eines politischen Systems: Interessenartikulation, Interessenaggregation, die gouvernementalen Funktionen und die Kommunikationsfunktion.

[Seite 174, Z. 45-46]

[6 Als einführende Aufsätze in die Thematik seien hier genannt: …] Bradbury Seasholes, Voting, Interest Groups, and Parties, Glanview/Illinois 1966 (Einführung und Reader); […].



Anmerkung
Der Ort in Illinois, in dem das von Seasholes herausgegebene Werk erschienen ist, heißt Glenview. Die falsche Schreibweise übernimmt er offenbar von Köser. Der Titel wird wie bei Köser mit zwei Kommata geschrieben. Dass es sich bei Seasholes um den Herausgeber und nicht um den alleinigen Autor handelt (was auch bei einem Reader möglich wäre), wird weder von Köser noch vom Verfasser erwähnt. Es ist daher zu bezweifeln, ob ihm der Titel, der sonst nur im Literaturverzeichnis erwähnt wird, vorliegt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite
 

Seite 19

Typus
Bauernopfer
Quelle
Mühleisen 1973b
Dissertation:
Seite: 019, Zeilen: 01-02, 06-17, 22-24, 101-115
 
Fundstelle:
Seite(n): 070; 071; 072; 078; 082; 085; 086; 087, Zeilen: 41-43; 01, 03-04, 29-33; 07-08, 11-13; 18-21, 29-34; 49-50; 03-04, 52-53; 01-02, 06-08, 11-12, 39-43, 49-50; 18
 
[Z. 1-2]

[Wenn sich die starke Stellung von Parteiführern aber wesentlich durch die von ihnen erwartete Krisenbewältigung bzw. die erfolgreich durchgeführten Wahlen erklärt, dann wäre umge-]kehrt zu untersuchen, unter welchen Bedingungen es ihnen gelingt, trotz verlorener Wahl im Amt zu verbleiben22.

[Z. 6-17]

Nur eine Veränderung der Autoritätsstrukturen der Parteien schien eine Vergrößerung ihrer Mitgliederzahlen und eine Erweiterung ihrer Partizipationschancen möglich zu machen, die wiederum in der Sicht der Parteien als "Legitimierungs- und Interessenkoordinierungsorgane"23 für unverzichtbar gehalten wurde. [sic]

Die Ursachen für die geringe Zahl der Mitglieder und deren unbefriedigender politischer Teilnahme stellen sich unter Berücksichtigung organisationstheoretischer Überlegungen differenzierter dar, als von der Parteienforschung meist angenommen wurde24. Insbesondere die Beobachtung unterschiedlicher Beitritts- und Leistungsmotivationen25 hat deutlich gemacht, daß der Entschluß zum Beitritt in eine politische Partei durchaus nicht notwendigerweise die Motivation zur engagierten Teilnahme an innerparteilichen Vorgängen miteinschließen muß.

[Z. 22-24]

In diesem Zusammenhang erweist sich der Eindruck, persönliche Ziele durch Teilnahme in einer Organisation fördern zu können, als wesentliche Voraussetzung der Leistungsmotivation26.


22 dies ist die zweite von Hamblin empirisch getestete Hypothese, daß Mitglieder dazu neigen, ihre Führer durch neue zu ersetzen, wenn diese für die Krise keine Lösung gefunden haben, auch dann, wenn es gar keine Lösung gibt
23 Peter Haungs, Innerparteiliche Demokratie im parlamentarischen Regierungssystem, in: Civitas, Nr. 4, 1965, S. 51
24 vgl. dazu Richard Rose, The Political Ideas of English Party Activists, in: American Political Science Review, Nr. 56, 1962, S. 370 ff; Samuel H. Barnes, Participation, Education, and Political Competence, Evidence from a Sample of Italian Socialists, in: American Political Science Review, Nr. 60, 1966, S. 348-353; Robert R. Alford, Sources of Political Involvement, in: Otto Stammer (Hrsg), Party Systems, a. a. O., S. 77-106; David Berry, Party Membership and Social Participation, in: Political Studies, Nr. 17, 1969, S. 196-207
25 Niklas Luhmann, Funktionen und Folgen formaler Organisation, Berlin 1964, S. 104
26 siehe dazu Sidney Verba, Political Participation and Strategies of Influence: A Comparative Study, in: Acta Sociologica, Nr. 6, 1962, S. 31 f; March/Simon, Organizations, New York 1958, S. 66 f
[Seite 78, Z. 29-34]

Andererseits wäre es, von der zweiten Hypothese Hamblins ausgehend, sicher interessant festzustellen, unter welchen Aspekten und mit welchen Methoden Parteiführer trotz einer verlorenen Wahl, d. h. ohne daß sie eine Lösung für die "Krise" gefunden haben, ihr Amt behalten.

[Seite 78, Z. 18-21]

2. Wenn Führer für Krisen keine Lösungen finden, tendieren die Mitglieder dazu, ihre alten Führer durch neue zu ersetzen, selbst wenn es gar keine Lösungen gibt.

[Seite 70, Z. 41-43]

[…] daß Parteien als lockere Aktionsgemeinschaften mit kleiner Mitgliedschaft ihre Aufgabe als "Legitimierungs- und Interessenkoordinierungsorgane" weniger erfül-

[Seite 71, Z. 1]

len könnten82 […].

[Seite 71, Z. 3-4]

Die umfassendste und differenzierteste Zusammenstellung von Beitrittsmotiven gibt Rose,84 […].

[Seite 72, Z. 11-13]

Der wichtigste Beitrag der Organisationstheorie zu dieser Frage der Parteimitgliedschaft dürfte die klare Unterscheidung zwischen Beitritts- (Teilnahme-) und Leistungsmotivation sein,98 […].

[Seite 71, Z. 29-33]

Die Frage nach einem Indikator für "Teilnahme am Leben der Partei" ist schwierig, da der wohl einzig mögliche Indikator "Teilnahme an Parteiveranstaltungen"91 […] sicher ein falsches Bild ergäbe.

[Seite 72, Z. 7-8]

[Angelsächsische Autoren suchen den Grund für die mangelnde Teilnahme eher in der Frustration privater Motive.94 Die persönlichen Anreize der Patronage95 oder auch] die psychologische Befriedigung durch Selbstbestätigung96 sind hier die ausschlaggebenden […].

[Seite 74]

[Die Leistungsmotivation als Problem der Parteien wird sich nur in begrenztem Umfang durch größere Attraktion für persönliche Ziele steigern lassen.105 Als nützlicher dagegen kann sich das Konzept der "identification" erweisen. March/Simon bieten das folgende Schema:106

…]

[Seite 85, Z. 52-53]

82 Peter Haungs, "Innerparteiliche Demokratie im parlamentarischen Regierungssystem", in: Civitas, 4 (1965), 51

[Seite 86, Z. 1-2]

84 Richard Rose, "The Political Ideas of English Party Activists", in: American Political Science Review, 56 (1962), 370; […].

[Seite 86, Z. 6-8]

85 Samuel H. Barnes, "Participation, Education, and Political Competence, Evidence from a Sample of Italian Socialists", in: American Political Science Review, 60 (1966), 348-53; […].

[Seite 86, Z. 41-43]

97 […] ein wichtiger Beitrag zu dieser Frage ist die Arbeit von Robert R. Alford, "Sources of Political Involvement", in: Stammer, Party Systems, 77-106 […].

[Seite 86, Z. 11-12]

86 David Berry, "Party Membership and Social Participation", in: Political Studies, 17 (1969), 196-207; […].

[Seite 82, Z. 49-50]

[22 …] Niklas Luhmann, Funktionen und Folgen formaler Organisation, Berlin 1964 […].

[Seite 86, Z. 49-50]

98 Literatur und einschränkende Bemerkungen zu dieser Unterscheidung siehe Luhmann, Funktionen und Folgen, 104, Anm. 32.

[Seite 86, Z. 39-40]

96 Sidney Verba, "Political Participation and Strategies of Influence: A Comparative Study", in: Acta Sociologica, 6 (1962), 31 f.

[Seite 85, Z. 3-4]

66 Zum Beispiel nach der Einteilung von March/Simon, Organizations, New York 1958, 161.

[Seite 87, Z. 18]

106 March/Simon, Organization, 66.



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite (das dortige Adjektiv "experimentell" Mühleisens findet sich hier als "empirisch" wieder). – Der Verfasser übernimmt acht Literaturbelege von Mühleisen und verfasst vor diesem Hintergrund seinen Text. Zu den Fehlern:

– Die zweite Hypothese Hamblins lautet nicht, "daß Mitglieder dazu neigen, ihre Führer durch neue zu ersetzen, wenn diese für die Krise keine Lösung gefunden haben, auch dann, wenn es gar keine Lösung gibt", sondern lediglich: "A group tends to replace its old leader with a new leader if the old leader does not have an obvious solution to the crisis problem." (Robert L. Hamblin, Leadership and Crises, in: Sociometry, 21 [1958], S. 322-335, hier S. 331) Auf S. 324 schreibt Hamblin zwar: "Of course, there are some crisis problems for which humans have no known solution. But even in these crises the leader is expected to be replaced." und führt hierfür eine Studie von Marshall von 1927 an. Von ihm selbst wird diese Annahme jedoch nicht empirisch überprüft. Die von Mühleisen verfälschend wiedergegebene Hypothese wird vom Verfasser also übernommen.

– Die Seitenangabe 370 ff des Verfassers bei Rose ist unstimmig, da Roses Abhandlung auf S. 371 endet.

– Bei Luhmann ist auf S. 104 lediglich von "Teilnahmemotivation" und "Leistungsmotivation" die Rede, nicht jedoch von "Beitrittsmotivation" bzw. "Beitrittsmotivationen".

– Bei fünf Literaturverweisen gibt der Verfasser statt des Jahrgangs der Zeitschriften eine "Nr." an. (Auf Berrys Aufsatz wird auch auf S. 101 verwiesen.)

– Bei den Aufsätzen von Haungs, Rose und Verba finden sich weder beim Verfasser noch in seiner Quelle die im wissenschaftlichen Schrifttum üblichen Seitenintervallangaben.

– Bei dem Buch von March / Simon fehlen die Vornamen der Autoren. Im Literaturverzeichnis findet sich zwar der von March (den der Verfasser von S. 83 der Quelle Mühleisen 1973b kennt), jedoch nicht der von Simon.
 

Seite 18

Typus
Bauernopfer
Quelle
Mühleisen 1973b
Dissertation:
Seite: 018, Zeilen: 10-16, 21-22, 29-31, 103-108
 
Fundstelle:
Seite(n): 077; 078; 089, Zeilen: 37-44; 15-18, 29-34; 05-06, 08-11, 17-20, 25-29
 
[Z. 10-16]

So konnte durch eine Reihe von Untersuchungen gezeigt werden, daß Führungspersönlichkeiten sich in der Tat deutlich von anderen Organisationsmitgliedern unterscheiden, allerdings weniger durch persönliche Eigenschaften und Qualifikationen, die häufig für typische Führungsmerkmale gehalten werden, wie rhetorische Begabung, Engagement und Intelligenz, als vielmehr durch ihre Stellung im organisationsinternen Kommunikationsprozeß, d. h. vor allem durch die Häufigkeit, mit der sie Informationen beziehen und vermitteln19.

[Z. 21-22]

Führer scheinen in Krisenzeiten generell einen größeren Einfluß auf ihre Organisation und deren Mitglieder ausüben zu können als in Nichtkrisenzeiten20.

[Z. 29-31]

Wenn sich die starke Stellung von Parteiführern aber wesentlich durch die von ihnen erwartete Krisenbewältigung bzw. die erfolgreich durchgeführten Wahlen erklärt, dann wäre umge-[kehrt zu untersuchen, unter welchen Bedingungen es ihnen gelingt, trotz verlorener Wahl im Amt zu verbleiben22.]


19 siehe dazu vor allem Alex Bavelas, Leadership: Man and Function, in: Administrative Science Quarterly, Nr. 4, 1960, S. 492 ff; vgl. auch Moos/Koslin, Prestige Suggestion and Political Leadership, in: Public Opinion Quarterly, Nr. 16, 1952, S. 77-93; Warner W. Burke, Leadership Behavior as a Function of the Leader, the Follower, and the Situation, in: Journal of Personality, Nr. 33, 1965
20 Robert L. Hamblin, Leadership and Crisis, in: Sociometry, Nr. 21, 1958, S. 322
[Seite 77, Z. 37-44]

Bavelas warnt zu Recht davor, daß die untersuchten Führereigenschaften oft mehr Ausdruck davon seien, was die Forscher für Führerqualitäten hielten.130 Dennoch hätte eine Reihe von Untersuchungen ergeben, daß "Führer" sich signifikant von "Nichtführern" unterschieden, allerdings nicht durch persönliche Eigenschaften wie Rechtschaffenheit, Mut oder Intelligenz, dagegen z. B. hinsichtlich der Häufigkeit des Aussendens oder Empfangens von Informationen. [Bavelas meint, daß die persönlichen Führungsqualitäten131 bei der Entwicklung der Organisationen immer mehr an Wichtigkeit verlören zugunsten der Fähigkeit, die effektive Operationalität des Entscheidungssystems, welches das Management der Organisation einschließt, zu unterhalten.132]

[Seite 78, Z. 15-18]

Als unmittelbar auf die Parteien anwendbares Beispiel dieses situationsbezogenen Ansatzes sei die Arbeit von Hamblin genannt, der experimentell die zwei Hypothesen untersucht: 1. In Krisenzeiten haben Führer mehr Einfluß als in Nichtkrisenzeiten;135 […].

[Seite 78, Z. 29-34]

Andererseits wäre es, von der zweiten Hypothese Hamblins ausgehend, sicher interessant festzustellen, unter welchen Aspekten und mit welchen Methoden Parteiführer trotz einer verlorenen Wahl, d. h. ohne daß sie eine Lösung für die "Krise" gefunden haben, ihr Amt behalten.

[Seite 89, Z. 5-6]

130 Alex Bavelas, "Leadership: Man and Function", in: Administrative Science Quarterly, 4 (1960), 492.

[Seite 89, Z. 8-11 u. 17-20]

132 [Bavelas, Leadership, 497;] demgegenüber betonen Moos/Koslin die "special qualities" unter dem Aspekt der für die Organisation günstigen Zielerreichung (Moos/Koslin, "Prestige Suggestion and Political Leadership", in: Public Opinion Quarterly, 16 (1952), 77-93) [und Marak baut auf diesem Zusammenhang seine im Experiment im wesentlichen nicht widerlegte Hypothese über die positive Korrelation von "Task Ability" und "Leadership" auf (George E. Marak Jr. "The Evolution of Leadership Structure", in: Sociometry, 27 (1964), 174-82). Für beide Richtungen gibt es mehrere Arbeiten, die sich für die Übertragung auf die politischen Parteien anbieten;] vgl. hierzu die Literaturangabe bei Warner W. Burke, "Leadership Behavior as a Function of the Leader, the Follower, and the Situation", in: Journal of Personality, 33 (1965), 62.

[Seite 89, Z. 25-29]

135 Robert L. Hamblin, "Leadership and Crisis", in: Sociometry, 21 (1958), 322: Crise [sic]: "An urgent situation in which all group members face a common threat": man darf annehmen, daß dies zwei Aspekte hat: von seiten der Führung mehr Einfluß für notwendig halten, von seiten der Geführten bereit sein, mehr Einfluß zu akzeptieren.



Anmerkung
Der Verfasser übernimmt abgewandelt Ausführungen von Mühleisen mit Literaturbelegen. Burkes Abhandlung wird noch kurz in Mühleisens Fußnote 134 für ein Experiment zu Führungsproblemen erwähnt. Zu den Fehlern:

– Bavelas' Aufsatz findet sich nicht auf S. 492 ff. (wovon der Leser hier ausgehen muss), sondern auf S. 491 ff. Nicht nachvollziehbar ist zudem, warum der Verfasser den Begriff "rhetorische Begabung" anführt, da dieser weder bei Bavelas noch bei Moos / Koslin oder Burke vorkommt.

– Der Autorenname von Burke ist nicht Warner W. Burke, sondern W. Warner Burke. Auch wird das Seitenintervall seines Aufsatzes weder vom Verfasser noch seiner Quelle genannt. Es ist daher zweifelhaft, ob Ersterem der Aufsatz vorliegt.

– Hamblins Aufsatz hat den Titel Leadership and Crises. Weiterhin findet sich die Hamblin vom Verfasser zugeschriebene Aussage nicht auf S. 322.

– Die Vornamen von Malcolm Moos und Bertram Koslin werden weder vom Verfasser noch seiner Quelle genannt. Auch hier ist zweifelhaft, ob Ersterem der Aufsatz vorliegt.

– Bei den Literaturverweisen gibt der Verfasser statt des Jahrgangs der Zeitschriften eine "Nr." an.

Da in den Fußnoten 18 und 21 auf Mühleisen verwiesen wird, Wertung als Bauernopfer. Fortsetzung auf der nächsten Seite (das Adjektiv "experimentell" findet sich dort beim Verfasser als "empirisch" wieder).
 

Seite 10

Typus
Verschleierung / Bauernopfer
Quelle
Köser 1973a / Schmelzer / Becker 1968
Dissertation:
Seite: 010, Zeilen: 01-09, 101-105, 107-108
 
Fundstelle:
Seite(n): 010; 031; 032; 037; 038; 050; 055, Zeilen: rechte Spalte 109-111; 21-26, 39-40; 03-06; 28-34; 05-09; 51; 18, 35-37
 
[Einen anderen Typus politischer Parteien als die bisher genannten Arbeiten stellen die Untersuchungen über die KPdSU und die SED von Boris Lewytzkyj58 bzw. Peter Chri-]stian Ludz59 dar, die beide auf nationaler Ebene die Binnenstrukturen dieser Parteien durch Analyse der Parteibürokratie, der Zentralkomitees und der Parteitage zu ermitteln versuchen. Angesichts der verschiedenartigen Parteitypen und der unterschiedlichen Forschungstechniken muß um so mehr erstaunen, daß hinsichtlich der jeweiligen Partei-Elite durchaus Übereinstimmungen zwischen "pluralistischen" und "zentralistischen" Parteien sichtbar werden. So stellt sich für Ludz die Führungsgruppe der SED durchaus nicht als monolithischer Block dar, er sieht vielmehr eine gewisse Elitenkonkurrenz60, die der Eldersveldschen Stratarchie als quantitativer Machtverteilung pluralistischer Eliten nicht völlig unähnlich ist. [Allerdings muß kritisch angemerkt werden, daß beide Autoren61 das Problem der Abgrenzung der Elite mit Hilfe der nicht unumstrittenen Positionstechnik62 lösen, wobei unterstellt wird, daß die Inhaber institutionalisierter Machtpositionen in der Regel auch den ausschlaggebenden Einfluß auf die Entscheidungsprozesse in ihrem Bereich ausüben.]


59 Peter Christian Ludz, Parteielite im Wandel. Funktionsaufbau, Sozialstruktur und Ideologie der SED-Parteiführung. Eine empirisch-systematische Untersuchung. Köln-Opladen, 3. Auflage 1970
60 ebda, S. 42 ff/S. 324 f; anderer Auffassung sind Eckart Förtsch/Rüdiger Mann, Die SED, Stuttgart 1969, S. 50 ff
[61 wie übrigens auch Valen/Katz und Barnes in ihren Untersuchungen]
62 siehe dazu: J. G. March, An Introduction to the Theory and Measurement of Influence, in: American Political Science Review, 49, 1955, S. 431-451; [Paul Drewe, Sozialforschung in der Regional- und Stadtplanung, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 18. Jg., 1966, Heft 1, S. 102-112; Horst Schmelzer/Reiner Becker, Material für eine Analyse politischer Machtstrukturen in Gemeinden, hrsg. von der Politischen Akademie Eichholz, o.O., Mai 1968]
[Köser 1973a, Seite 31, Z. 21-26]

Als exemplarische Studien nationaler Parteiorganisationen seien hier Lewytzkyjs (14) und Fainsods (8) Beschreibungen der KPdSU und SED-Studien von Ludz (17) und Förtsch/Mann (9) genannt. Erstere stellen die Parteibürokratie (14, S. 77 ff.) […] der KPdSU in den Mittelpunkt, letztere die Parteitage und das ZK der SED (17, S. 55 ff. und S. 93 ff.).

[Köser 1973a, Seite 37, Z. 28-34]

Um so erstaunlicher […] ist es, daß Ludz und Eldersveld trotz unterschiedlicher Untersuchungsmethoden hinsichtlich der Partei-Eliten zu gewissen Übereinstimmungen in ihren Ergebnissen gelangen. Beide lehnen die Vorstellung von der Elite als einer homogenen, monolithischen Gruppe ab. Ludz spricht von einer latenten bzw. manifesten Elitenkonkurrenz (17, S. 42 ff.) […].

[Köser 1973a, Seite 38, Z. 5-9]

[Ludz kommt zu dem Ergebnis, daß …] Die SED-Elite könne […] als eine "konsultativ-autoritäre Entscheidungselite" bezeichnet werden (17, S. 324 f.). Der Elitenpluralismus von Eldersveld resultiert aus einer Fülle innerparteilicher pluralistischer Strukturen: […].

[Köser 1973a, Seite 31, Z. 39-40]

Zum Typ der autoritär-zentralistischen Partei zählt Ludz die SED.

[Köser 1973a, Seite 32, Z. 3-6]

Förtsch/Mann bezeichnen dagegen die SED als eine totalitär-zentralistische Partei, in der das Leninsche Organisationsprinzip des "demokratischen Zentralismus" vorherrsche.12

[Köser 1973a, Seite 50, Z. 51]

12 Förtsch/Mann, Die SED, 50 ff.

[Köser 1973a, Literaturverzeichnis Seite 55, Z. 18]

(9) Förtsch, Eckart/Mann, Rüdiger, Die SED, Stuttgart 1969.

[Köser 1973a, Literaturverzeichnis Seite 55, Z. 35-37]

(17) Ludz, Peter Christian, Parteielite im Wandel. Funktionsaufbau, Sozialstruktur und Ideologie der SED-Parteiführung. Eine empirisch-systematische Untersuchung, Köln-Opladen, 3. Aufl. 1970.

[Schmelzer / Becker 1968, Seite 10, linke Spalte]

[Obwohl sich sowohl MARCH als auch SIMON sehr um die Untersuchung der Bedeutung von Machtstrukturen in Entscheidungsprozessen bemüht haben30 …]

[Schmelzer / Becker 1968, Seite 10, rechte Spalte Z. 109-111]

30 Vergl.: March, J. G.: "An introduction to the theory and measurement of influence", in: American Political science Review, 49, 1955, S. 431-451. / […].



Anmerkung
1. Zur Quelle Köser 1973a: Fortsetzung von der Vorseite. – Der Verfasser erstellt seinen Text anhand der Vorlage von Köser, was sich insbesondere an den seitenzahlgenau übernommenen Literaturverweisen zeigt. Eine eigene Rezeption der Literatur ist nicht erkennbar. Ludz' Buch ist zudem nicht in "Köln-Opladen", sondern in Köln und Opladen (im Westdeutschen Verlag) erschienen. Auffällig ist auch, dass der Verfasser bei Förtsch / Mann nur Stuttgart als Erscheinungsort nennt; bei Büchern, die – wie dieses – im Kohlhammer-Verlag erschienen sind, gibt er sonst regelmäßig Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz als Erscheinungsorte an. Keiner der genannten Autoren (inkl. Fainsod von der Vorseite) wird – außer im Literaturverzeichnis – im weiteren Verlauf der untersuchten Arbeit wieder erwähnt.

2. Zur Quelle Schmelzer / Becker 1968: March beschäftigt sich in seinem Aufsatz an keiner Stelle mit der Positionstechnik (engl.: positional approach). Anscheinend greift der Verfasser aus den Literaturverweisen bei Schmelzer / Becker diesen aufs Geratewohl heraus, ohne ihn gelesen zu haben. Bei Drewe, dessen Abhandlung ebenfalls bei Schmelzer / Becker auf S. 7 erwähnt wird, wird diese auf S. 107 in eineinhalb Zeilen lediglich kurz gestreift (weshalb deren Nennung jedoch nicht als regelwidrige Übernahme gewertet wird). Schmelzer / Becker behaupten dabei nicht, dass March oder Drewe sich in diesen Aufsätzen mit der Positionstechnik auseinandersetzten.

Ob Lewytzkyj, Ludz, Valen / Katz und Barnes tatsächlich die Positionstechnik verwenden – deren Essenz der Verfasser oben zutreffend wiedergibt –, sei dahingestellt; bzgl. Barnes gibt es von den genannten Autoren die stärksten Zweifel, ob er ihn im Original rezipiert hat (s. dazu Seite 9 bzw. Seite 113).
 

Seite 37

Typus
Bauernopfer
Quelle
Jäger 1973
Dissertation:
Seite: 037, Zeilen: 18-21; 102-115
 
Fundstelle:
Seite(n): 121; 122; 140; 143; 144, Zeilen: 24-35; 15-21; 21-24; 42-47, 50-51, 55; 01-05
 
Die zentrale Stellung des Parlaments im politischen System der Bundesrepublik hat eine weitgehende "Parlamentarisierung der Parteien"16 zur Folge: der entscheidende Einfluß der Fraktionen auf die gesamte innerparteiliche Willensbildung ist nicht zu übersehen und im Verlauf der Entwicklung eher größer als kleiner geworden17.


16 Helmut Köser, Innovationsprozesse in der SPD, Bericht über eine Fallstudie, Referat für die dritte Tagung der Arbeitsgruppe "Comparative Politics" der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft, Dezember 1970, S. 10; vgl. auch Heinz Joseph Varain, Das Parlament im Parteienstaat, in: Politische Vierteljahresschrift, Heft 5, 1964, S. 339-348; und Mathias Schmitz, Die Funktion der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem, in: W. Gagel (Hrsg), Zur Rolle und Funktion der Parteien, Stuttgart 1967, S. 3-36
17 siehe dazu Gerhard Loewenberg, Parlamentarismus im politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Tübingen 1969, S. 216-218; Loewenberg widerlegt gegenteilige Annahmen von Wolfgang Abendroth, Gerhard Leibholz und später auch Udo Bermbach: Abendroth, Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik, in: Politische Vierteljahresschrift, Nr. 5, 1964, S. 308 f; Leibholz, Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert, a. a. O., S. 228; Udo Bermbach, Probleme des Parteienstaates, Der Fall Littmann, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, Nr. 1, 1970, S. 356
[Seite 121, Z. 24-35]

Abendroth stellt fest, daß "der Einfluß der Fraktion als einer politischen Einheit auf die politischen Entscheidungen der Parteien … gegenüber der Lage in früheren Entwicklungsperioden erheblich zurückgegangen" sei.60 Leibholz sieht den Abgeordneten im modernen Parteienstaat degradiert "zu einem organisatorisch-technischen Zwischenglied, das nur insoweit unentbehrlich erscheint, als es berufen ist, in Freiheit innerhalb der Partei und Fraktion seinen Einfluß auszuüben und insoweit an der Konstituierung des Parteiwillens oder vom Ganzen aus gesehen an der Bildung des Parteienmehrheitswillens mitzuwirken."61 […] Udo Bermbach schließt sich diesem Urteil an […].63

[Seite 122, Z. 15-21]

Es ist nicht zu übersehen, daß der Einfluß der parlamentarischen Substrukturen der großen deutschen Parteien seit ihrer Gründung auf die gesamtparteiliche Willensbildung ständig zunahm.65 Man mag diese "Parlamentarisierung der Parteien"66 oder ihr Zurücktreten "in die Rolle der dienenden Institutionen zugunsten der ihnen verbundenen parlamentarischen Kräfte"67 begrüßen oder bedauern […].

[Seite 140, Z. 21-24]

[13 Zur Kritik der institutionellen Entstehungstheorie und zu den modernen Ansätzen: …] Mathias Schmitz, "Die Funktion der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem", in: W. Gagel, Hg., Zur Rolle und Funktion der Parteien, Stuttgart 1967, 3-36; […]

[Seite 142, Z. 38 u. 41-44]

44 Wolfgang Abendroth […] "Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik" […] (zuerst abgedruckt in: Politische Vierteljahresschrift 5, 1964, 307-38). […]

[Seite 143, Z. 42-47]

60 "Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik", 308 f.
61 Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert, Berlin 1966, 3. Aufl., 228.
63 "Probleme des Parteienstaates. Der Fall Littmann", in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 1 (1970), 342-63, 356.

[Seite 143, Z. 50-51]

65 Dazu vor allem Gerhard Loewenberg, Parlamentarismus im politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Tübingen 1969, 216-18 […].

[Seite 143, Z. 55]

66 So Helmut Köser, "Innovationsprozesse in der SPD. Bericht über eine

[Seite 144, Z. 1-5]

Fallstudie", Referat für die dritte Tagung der Arbeitsgruppe "Comparative Politics" der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, Dezember 1970, 10.
67 H. J. Varain, "Das Parlament im Parteienstaat", in: Politische Vierteljahresschrift 5 (1964), 339-48 […].



Anmerkung
Der Verfasser bildet eine von Jäger referierte Gegenüberstellung verschiedener Autoren mit Literaturverweisen nach (ohne auf diesen zu verweisen). Erstaunlich ist, dass der Verfasser ebenso wie Jäger Kösers Referat kennt, das in den Bereich der "grauen" Literatur fällt. Da in Fußnote 18 des Verfassers ein Verweis auf Jäger (S. 134 f.) erfolgt, Wertung als Bauernopfer. Fußnote 62 ist bei Jäger nicht vorhanden. Zu den Fehlern:

– Es existiert kein von einer Person namens W. Gagel herausgegebener Sammelband, der Zur Rolle und Funktion der Parteien heißt. Auch im Literaturverzeichnis findet sich dieser sowohl unter dem Namen Gagel als auch Schmitz. Gemeint ist hier das Heft Politische Parteien im parlamentarischen Regierungssystem der Autoren Mathias Schmitz, Manfred Hättich und Walter Gagel. Die Zeitschrift Politische Bildung. Beiträge und Materialien zur wissenschaftlichen Grundlegung und zur Unterrichtspraxis, in der dieses 1967 erschienen ist, wurde damals von Gagel und Rolf Schörken herausgegeben. Zudem hat Schmitz' Aufsatz in Wirklichkeit den Titel Funktionen der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem.

Heinz Josef Varains Aufsatz ist in Heft 3 des 5. Jahrgangs 1964 der Politischen Vierteljahresschrift erschienen (in der in Jägers Sammelband enthaltenen Quelle Mühleisen 1973a wird auf S. 25 auf Heinz Joseph Varain verwiesen; im Literaturverzeichnis des Verfassers firmiert Varain als Heinz-Josef). Bemerkenswert ist, dass der Verfasser bei der Übernahme so inkonsistent vorgeht, dass er einer nur vier Mal im Jahr erscheinenden Publikation ein fünftes Heft in einem bestimmten Jahr zuschreibt.

– Bei den Aufsätzen von Abendroth und Bermbach nennt der Verfasser statt des Jahrgangs der Zeitschriften eine "Nr.", was, als Ausgabe verstanden, in beiden Fällen eine falsche Angabe ist: Bermbachs Aufsatz, der auch auf Seite 112 angeführt wird, ist in Heft 3 des 1. Jahrgangs 1970 der Zeitschrift für Parlamentsfragen erschienen, Abendroths in Heft 3 des 5. Jahrgangs 1964 der Politischen Vierteljahresschrift. Dessen von Jäger fehlerhaft wiedergegebener Titel, den der Verfasser übernimmt, lautet zudem in Wirklichkeit Innerparteiliche und innerverbandliche Demokratie als Voraussetzung der politischen Demokratie.

Unabhängig davon nennt der Verfasser auf Seite 12, Seite 24 und im Literaturverzeichnis den korrekten Titel bei Abendroth; die richtige Angabe auf den beiden genannten Seiten dürfte darauf zurückzuführen sein, dass er in den jeweiligen Quellen, aus denen der Verfasser ihn dort übernimmt, richtig wiedergegeben wird.
 

Seite 4

Typus
Bauernopfer
Quelle
Mühleisen 1973a
Dissertation:
Seite: 004, Zeilen: 01-15, 20-23, 104-114, 116-123
 
Fundstelle:
Seite(n): 013; 015; 024; 025, Zeilen: 02-08, 11-14, 17-19, 22-26, 33-37; 28-34; 03-08, 37-51; 03-04
 
[Z. 1-15]

Trotz der wegweisenden Untersuchung von Robert Michels ist die Parteienforschung im deutschsprachigen Raum bis in die jüngste Zeit vor allem an der Frage des Standortes der Parteien innerhalb der politischen Ordnung interessiert geblieben. Dabei hat in der Lite­ratur lange die Zuordnung in den rein gesellschaftlichen Bereich dominiert, eine Posi­tion, die ihre Herkunft aus der Frühphase der deutschen Parteienentwicklung und der damaligen Diskussion nicht verleugnen kann20, in modifizierter Form aber durchaus noch heute vertreten wird21. Die zunehmende Verfilzung der Parteien mit dem staatlichen Herrschaftssystem hat sie dann immer mehr als quasi-staatliche Institutionen dargestellt: "Die Legitimitätsentscheidungen, die in der Partei getroffen werden, sind für den demokratischen Verfassungsstaat keine rechtsordnungsneutralen Meinungskundgaben eines außerstaatlichen frei assoziierten Bundes. Sie sind das potentielle Staatsgestaltungskonzept"22. In der Literatur überwiegt heute die Auffassung von einer Doppelfunktion der Parteien, deren Standort und Bedeutung weder auf den staatlichen noch auf den gesellschaftlichen Bereich beschränkt werden könne; die Vermittlung beider Sozialbereiche sei geradezu ihre wichtigste Funktion23.

[Z. 20-23]

Ein dritter wichtiger Ansatz der Parteientheorie betrifft den Entstehungs- und Entwicklungsprozeß politischer Parteien. Auch hier lassen sich drei verschiedene Erklärungsmuster voneinander unterscheiden. Zum einen wird die Entwicklung der Parteien vornehmlich durch institutionelle Faktoren erklärt, im wesentlichen durch die Rahmenbe-[dingungen und Erfordernisse einer parlamentarischen Demokratie sowie die allmähliche Ausdehnung des Wahlrechts, die die Entstehung politischer Parteien wenn nicht beabsichtigen, so doch zumindest entscheidend begünstigen25.]


20 […]; eine zusammenfassende Darstellung liefert Theodor Schieder, Die Theorie der Partei im älteren deutschen Liberalismus, in: ders., Staat und Gesellschaft im Wandel unserer Zeit, München 1958, 110-132
21 vgl. Ulrich Scheuner, Die Parteien und die Auswahl der politischen Leitung im demokratischen Staat. Zur verfassungsrechtlichen Stellung der Parteien, in: Die öffentliche Verwaltung, 11, 1958, S. 641-645; Herbert Krüger, Allgemeine Staatslehre, Stuttgart 1964, S. 371; Dietrich Hilger, Die demokratischen Parteien und die Parteiendemokratie. Ein Literaturbericht, in: Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, hrsg. von Heinz-Dietrich Ortlieb, Bd. 1, Tübingen 1956, S. 187.
22 Helmut Lenz/Christoph Sasse, Parteiausschluß und Demokratiegebot, in: Juristenzeitung, 17, 1962, S. 236; […]
23 Thomas Ellwein, Die Machtstruktur in Westdeutschland, in: Die neue Gesellschaft, 12, 1965, S. 854; Christian-Friedrich Merger, Zur verfassungsrechtlichen Stellung der politischen Parteien, in: Archiv für öffentliches Recht, 78, 1952, S. 149-162; Horst Ehmke, 'Staat' und 'Gesellschaft' als verfassungstheoretisches Problem, in: Staatsverfassung und Kirchenordnung, Festgabe für Rudolf Smend, Tübingen 1962, S. 23-49; siehe auch Ernst-Wolfgang Böckenförde, Die Bedeutung der Unterscheidung von Staat und Gesellschaft im demokratischen Sozialstaat der Gegenwart, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung 'Das Parlament', B 49/71, S. 3-17
[Seite 13, Z. 2-8]

Im Gegensatz zur angelsächsischen war die deutschsprachige Parteienfor­schung lange Zeit geprägt durch die […] Diskussion über das Verhältnis von Staat und Gesellschaft.19 Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts20 […] bis in die neueste Zeit ist eine zentrale Frage der deutschen Parteienforschung die nach dem Ort der poli­tischen Parteien in oder zwischen Staat und Gesellschaft.

[Seite 13, Z. 11-14 u. 17-19]

1. An die Stelle der […] Beschränkung der Parteien auf den privaten Bereich ist eine Zuordnung zu einem Bereich getreten, der […] bis "als-ob-staatlich" reicht. [Dieser Ort wird beschrieben als jene "dem politischen Gemeinwesen, … zugehörende Sphäre des öffentlichen, des politischen Lebens eines Volkes"21. Zwar werden demnach heute in den Parteien nicht mehr unverantwortliche Privatvereinigungen gesehen,] man findet jedoch in der Literatur nach wie vor ihre Beschränkung auf den gesellschaftlichen Bereich in je modifizierter Form [oder auch "ganz grundsätzliche Bedenken gegen diesen letzten Schritt der Inkorporation der Parteien in den Staat"22].

[Seite 13, Z. 33-37]

[…] sondern "die Legitimitätsentscheidungen, die in der Partei getroffen werden, sind für den demokratischen Verfassungsstaat keine rechtsordnungsneutralen Meinungskundgaben eines außerstaatlichen frei assoziierten Bundes. Sie sind das potentielle Staatsgestaltungskonzept."27

[Seite 13, Z. 22-26]

2. Die heute am meisten vertretene Ansicht ist die von der Doppelrolle der Partei, d. h., daß die Partei ihren Platz sowohl im staatlichen wie im gesellschaftlichen Bereich habe.23 Durch diese doppelte Zuordnung soll die Partei denn auch die ihr "wesensmäßig" zugeschriebene "Transformationsfunktion" zwischen Gesellschaft und Staat wahrnehmen können.24

[Seite 15, Z. 28-34]

Die Versuche zur Erklärung des Entstehungszusammenhanges von politischen Parteien lassen sich in drei Bereiche untergliedern. Eine erste Gruppe sieht die Genese von Parteien vornehmlich durch die Bedingungen der parlamentarischen Demokratien und der institutionellen Entwicklung des Wahlrechtes begründet.39 Die Entstehung der Parteien wird hier oft zu einem nicht beabsichtigten, beinahe zwangsläufigen Nebeneffekt der Entstehung von Parlamenten.40

[Seite 24, Z. 3-8]

19 Vgl. zu diesem Problem: Horst Ehmke, "'Staat' und 'Gesellschaft' als verfassungstheoretisches Problem", in: Staatsverfassung und Kirchenordnung, Festgabe für Rudolf Smend, Tübingen 1962, 23-49, und Ernst-Wolfgang Böckenförde, "Die Bedeutung der Unterscheidung von Staat und Gesellschaft im demokratischen Sozialstaat der Gegenwart", in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 49/71 (4. 12. 1971), 3-17; […]

[Seite 24, Z. 37-51]

20 Vgl. Theodor Schieder, "Die Theorie der Partei im älteren deutschen Liberalismus", in: ders., Staat und Gesellschaft im Wandel unserer Zeit, München 1958, 110-32.
21 Ulrich Scheuner, "Die Parteien und die Auswahl der politischen Leitung im demokratischen Staat, zur verfassungsrechtlichen Stellung der Parteien", in: Die öffentliche Verwaltung, 11 (1958), 641-45; ähnlich auch bei Herbert Krüger, Allgemeine Staatslehre, Stuttgart 1964, 371.
22 Dieter Hilger, "Die demokratischen Parteien und die Parteiendemokratie, Ein Literaturbericht", in: Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, hrsg. von Heinz-Dietrich Ortlieb, Bd. 1, Tübingen 1956, 187.

23 Siehe für andere Christian-Friedrich Menger, "Zur verfassungsrechtlichen Stellung der politischen Parteien", in: Archiv für öffentliches Recht, 78 (1952/3), 149-62 oder Thomas Ellwein, "Die Machtstruktur in Westdeutschland", in: Die neue Gesellschaft, 12 (1965), 854.

[Seite 25, Z. 3-4]

27 Helmut Lenz/Christoph Sasse, "Parteiausschluß und Demokratiegebot", in: Juristenzeitung, 17 (1962), 236.



Anmerkung
Den Fließtext von Mühleisen wandelt der Verfasser stark ab und versucht, so entstandene eigene Aussagen durch von diesem übernommene Fußnoten zu belegen.

Weiterhin zitiert der Verfasser hier offenbar nicht Lenz / Sasse im Original, sondern übernimmt von Mühleisen, da es bei Lenz / Sasse in Wirklichkeit außerstaatlichen, frei assoziierten Bundes heißt. Außerdem wird – wie in der Quelle – das Seitenintervall 233-241 des Aufsatzes nicht angegeben. Den Namen Menger überträgt der Verfasser ebenso wie den Vornamen Hilgers falsch. Da auf Mühleisen in Fußnote 24 – jedoch im Zusammenhang mit Verfassungsgerichtsurteilen – verwiesen wird, Wertung als Bauernopfer.

Fortsetzung auf der nächsten Seite