Seite 19

Typus
Bauernopfer
Quelle
Mühleisen 1973b
Dissertation:
Seite: 019, Zeilen: 01-02, 06-17, 22-24, 101-115
 
Fundstelle:
Seite(n): 070; 071; 072; 078; 082; 085; 086; 087, Zeilen: 41-43; 01, 03-04, 29-33; 07-08, 11-13; 18-21, 29-34; 49-50; 03-04, 52-53; 01-02, 06-08, 11-12, 39-43, 49-50; 18
 
[Z. 1-2]

[Wenn sich die starke Stellung von Parteiführern aber wesentlich durch die von ihnen erwartete Krisenbewältigung bzw. die erfolgreich durchgeführten Wahlen erklärt, dann wäre umge-]kehrt zu untersuchen, unter welchen Bedingungen es ihnen gelingt, trotz verlorener Wahl im Amt zu verbleiben22.

[Z. 6-17]

Nur eine Veränderung der Autoritätsstrukturen der Parteien schien eine Vergrößerung ihrer Mitgliederzahlen und eine Erweiterung ihrer Partizipationschancen möglich zu machen, die wiederum in der Sicht der Parteien als "Legitimierungs- und Interessenkoordinierungsorgane"23 für unverzichtbar gehalten wurde. [sic]

Die Ursachen für die geringe Zahl der Mitglieder und deren unbefriedigender politischer Teilnahme stellen sich unter Berücksichtigung organisationstheoretischer Überlegungen differenzierter dar, als von der Parteienforschung meist angenommen wurde24. Insbesondere die Beobachtung unterschiedlicher Beitritts- und Leistungsmotivationen25 hat deutlich gemacht, daß der Entschluß zum Beitritt in eine politische Partei durchaus nicht notwendigerweise die Motivation zur engagierten Teilnahme an innerparteilichen Vorgängen miteinschließen muß.

[Z. 22-24]

In diesem Zusammenhang erweist sich der Eindruck, persönliche Ziele durch Teilnahme in einer Organisation fördern zu können, als wesentliche Voraussetzung der Leistungsmotivation26.


22 dies ist die zweite von Hamblin empirisch getestete Hypothese, daß Mitglieder dazu neigen, ihre Führer durch neue zu ersetzen, wenn diese für die Krise keine Lösung gefunden haben, auch dann, wenn es gar keine Lösung gibt
23 Peter Haungs, Innerparteiliche Demokratie im parlamentarischen Regierungssystem, in: Civitas, Nr. 4, 1965, S. 51
24 vgl. dazu Richard Rose, The Political Ideas of English Party Activists, in: American Political Science Review, Nr. 56, 1962, S. 370 ff; Samuel H. Barnes, Participation, Education, and Political Competence, Evidence from a Sample of Italian Socialists, in: American Political Science Review, Nr. 60, 1966, S. 348-353; Robert R. Alford, Sources of Political Involvement, in: Otto Stammer (Hrsg), Party Systems, a. a. O., S. 77-106; David Berry, Party Membership and Social Participation, in: Political Studies, Nr. 17, 1969, S. 196-207
25 Niklas Luhmann, Funktionen und Folgen formaler Organisation, Berlin 1964, S. 104
26 siehe dazu Sidney Verba, Political Participation and Strategies of Influence: A Comparative Study, in: Acta Sociologica, Nr. 6, 1962, S. 31 f; March/Simon, Organizations, New York 1958, S. 66 f
[Seite 78, Z. 29-34]

Andererseits wäre es, von der zweiten Hypothese Hamblins ausgehend, sicher interessant festzustellen, unter welchen Aspekten und mit welchen Methoden Parteiführer trotz einer verlorenen Wahl, d. h. ohne daß sie eine Lösung für die "Krise" gefunden haben, ihr Amt behalten.

[Seite 78, Z. 18-21]

2. Wenn Führer für Krisen keine Lösungen finden, tendieren die Mitglieder dazu, ihre alten Führer durch neue zu ersetzen, selbst wenn es gar keine Lösungen gibt.

[Seite 70, Z. 41-43]

[…] daß Parteien als lockere Aktionsgemeinschaften mit kleiner Mitgliedschaft ihre Aufgabe als "Legitimierungs- und Interessenkoordinierungsorgane" weniger erfül-

[Seite 71, Z. 1]

len könnten82 […].

[Seite 71, Z. 3-4]

Die umfassendste und differenzierteste Zusammenstellung von Beitrittsmotiven gibt Rose,84 […].

[Seite 72, Z. 11-13]

Der wichtigste Beitrag der Organisationstheorie zu dieser Frage der Parteimitgliedschaft dürfte die klare Unterscheidung zwischen Beitritts- (Teilnahme-) und Leistungsmotivation sein,98 […].

[Seite 71, Z. 29-33]

Die Frage nach einem Indikator für "Teilnahme am Leben der Partei" ist schwierig, da der wohl einzig mögliche Indikator "Teilnahme an Parteiveranstaltungen"91 […] sicher ein falsches Bild ergäbe.

[Seite 72, Z. 7-8]

[Angelsächsische Autoren suchen den Grund für die mangelnde Teilnahme eher in der Frustration privater Motive.94 Die persönlichen Anreize der Patronage95 oder auch] die psychologische Befriedigung durch Selbstbestätigung96 sind hier die ausschlaggebenden […].

[Seite 74]

[Die Leistungsmotivation als Problem der Parteien wird sich nur in begrenztem Umfang durch größere Attraktion für persönliche Ziele steigern lassen.105 Als nützlicher dagegen kann sich das Konzept der "identification" erweisen. March/Simon bieten das folgende Schema:106

…]

[Seite 85, Z. 52-53]

82 Peter Haungs, "Innerparteiliche Demokratie im parlamentarischen Regierungssystem", in: Civitas, 4 (1965), 51

[Seite 86, Z. 1-2]

84 Richard Rose, "The Political Ideas of English Party Activists", in: American Political Science Review, 56 (1962), 370; […].

[Seite 86, Z. 6-8]

85 Samuel H. Barnes, "Participation, Education, and Political Competence, Evidence from a Sample of Italian Socialists", in: American Political Science Review, 60 (1966), 348-53; […].

[Seite 86, Z. 41-43]

97 […] ein wichtiger Beitrag zu dieser Frage ist die Arbeit von Robert R. Alford, "Sources of Political Involvement", in: Stammer, Party Systems, 77-106 […].

[Seite 86, Z. 11-12]

86 David Berry, "Party Membership and Social Participation", in: Political Studies, 17 (1969), 196-207; […].

[Seite 82, Z. 49-50]

[22 …] Niklas Luhmann, Funktionen und Folgen formaler Organisation, Berlin 1964 […].

[Seite 86, Z. 49-50]

98 Literatur und einschränkende Bemerkungen zu dieser Unterscheidung siehe Luhmann, Funktionen und Folgen, 104, Anm. 32.

[Seite 86, Z. 39-40]

96 Sidney Verba, "Political Participation and Strategies of Influence: A Comparative Study", in: Acta Sociologica, 6 (1962), 31 f.

[Seite 85, Z. 3-4]

66 Zum Beispiel nach der Einteilung von March/Simon, Organizations, New York 1958, 161.

[Seite 87, Z. 18]

106 March/Simon, Organization, 66.



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite (das dortige Adjektiv "experimentell" Mühleisens findet sich hier als "empirisch" wieder). – Der Verfasser übernimmt acht Literaturbelege von Mühleisen und verfasst vor diesem Hintergrund seinen Text. Zu den Fehlern:

– Die zweite Hypothese Hamblins lautet nicht, "daß Mitglieder dazu neigen, ihre Führer durch neue zu ersetzen, wenn diese für die Krise keine Lösung gefunden haben, auch dann, wenn es gar keine Lösung gibt", sondern lediglich: "A group tends to replace its old leader with a new leader if the old leader does not have an obvious solution to the crisis problem." (Robert L. Hamblin, Leadership and Crises, in: Sociometry, 21 [1958], S. 322-335, hier S. 331) Auf S. 324 schreibt Hamblin zwar: "Of course, there are some crisis problems for which humans have no known solution. But even in these crises the leader is expected to be replaced." und führt hierfür eine Studie von Marshall von 1927 an. Von ihm selbst wird diese Annahme jedoch nicht empirisch überprüft. Die von Mühleisen verfälschend wiedergegebene Hypothese wird vom Verfasser also übernommen.

– Die Seitenangabe 370 ff des Verfassers bei Rose ist unstimmig, da Roses Abhandlung auf S. 371 endet.

– Bei Luhmann ist auf S. 104 lediglich von "Teilnahmemotivation" und "Leistungsmotivation" die Rede, nicht jedoch von "Beitrittsmotivation" bzw. "Beitrittsmotivationen".

– Bei fünf Literaturverweisen gibt der Verfasser statt des Jahrgangs der Zeitschriften eine "Nr." an. (Auf Berrys Aufsatz wird auch auf S. 101 verwiesen.)

– Bei den Aufsätzen von Haungs, Rose und Verba finden sich weder beim Verfasser noch in seiner Quelle die im wissenschaftlichen Schrifttum üblichen Seitenintervallangaben.

– Bei dem Buch von March / Simon fehlen die Vornamen der Autoren. Im Literaturverzeichnis findet sich zwar der von March (den der Verfasser von S. 83 der Quelle Mühleisen 1973b kennt), jedoch nicht der von Simon.