Seite 37

Typus
Bauernopfer
Quelle
Jäger 1973
Dissertation:
Seite: 037, Zeilen: 18-21; 102-115
 
Fundstelle:
Seite(n): 121; 122; 140; 143; 144, Zeilen: 24-35; 15-21; 21-24; 42-47, 50-51, 55; 01-05
 
Die zentrale Stellung des Parlaments im politischen System der Bundesrepublik hat eine weitgehende "Parlamentarisierung der Parteien"16 zur Folge: der entscheidende Einfluß der Fraktionen auf die gesamte innerparteiliche Willensbildung ist nicht zu übersehen und im Verlauf der Entwicklung eher größer als kleiner geworden17.


16 Helmut Köser, Innovationsprozesse in der SPD, Bericht über eine Fallstudie, Referat für die dritte Tagung der Arbeitsgruppe "Comparative Politics" der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft, Dezember 1970, S. 10; vgl. auch Heinz Joseph Varain, Das Parlament im Parteienstaat, in: Politische Vierteljahresschrift, Heft 5, 1964, S. 339-348; und Mathias Schmitz, Die Funktion der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem, in: W. Gagel (Hrsg), Zur Rolle und Funktion der Parteien, Stuttgart 1967, S. 3-36
17 siehe dazu Gerhard Loewenberg, Parlamentarismus im politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Tübingen 1969, S. 216-218; Loewenberg widerlegt gegenteilige Annahmen von Wolfgang Abendroth, Gerhard Leibholz und später auch Udo Bermbach: Abendroth, Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik, in: Politische Vierteljahresschrift, Nr. 5, 1964, S. 308 f; Leibholz, Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert, a. a. O., S. 228; Udo Bermbach, Probleme des Parteienstaates, Der Fall Littmann, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, Nr. 1, 1970, S. 356
[Seite 121, Z. 24-35]

Abendroth stellt fest, daß "der Einfluß der Fraktion als einer politischen Einheit auf die politischen Entscheidungen der Parteien … gegenüber der Lage in früheren Entwicklungsperioden erheblich zurückgegangen" sei.60 Leibholz sieht den Abgeordneten im modernen Parteienstaat degradiert "zu einem organisatorisch-technischen Zwischenglied, das nur insoweit unentbehrlich erscheint, als es berufen ist, in Freiheit innerhalb der Partei und Fraktion seinen Einfluß auszuüben und insoweit an der Konstituierung des Parteiwillens oder vom Ganzen aus gesehen an der Bildung des Parteienmehrheitswillens mitzuwirken."61 […] Udo Bermbach schließt sich diesem Urteil an […].63

[Seite 122, Z. 15-21]

Es ist nicht zu übersehen, daß der Einfluß der parlamentarischen Substrukturen der großen deutschen Parteien seit ihrer Gründung auf die gesamtparteiliche Willensbildung ständig zunahm.65 Man mag diese "Parlamentarisierung der Parteien"66 oder ihr Zurücktreten "in die Rolle der dienenden Institutionen zugunsten der ihnen verbundenen parlamentarischen Kräfte"67 begrüßen oder bedauern […].

[Seite 140, Z. 21-24]

[13 Zur Kritik der institutionellen Entstehungstheorie und zu den modernen Ansätzen: …] Mathias Schmitz, "Die Funktion der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem", in: W. Gagel, Hg., Zur Rolle und Funktion der Parteien, Stuttgart 1967, 3-36; […]

[Seite 142, Z. 38 u. 41-44]

44 Wolfgang Abendroth […] "Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik" […] (zuerst abgedruckt in: Politische Vierteljahresschrift 5, 1964, 307-38). […]

[Seite 143, Z. 42-47]

60 "Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen Demokratie in der Bundesrepublik", 308 f.
61 Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert, Berlin 1966, 3. Aufl., 228.
63 "Probleme des Parteienstaates. Der Fall Littmann", in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 1 (1970), 342-63, 356.

[Seite 143, Z. 50-51]

65 Dazu vor allem Gerhard Loewenberg, Parlamentarismus im politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Tübingen 1969, 216-18 […].

[Seite 143, Z. 55]

66 So Helmut Köser, "Innovationsprozesse in der SPD. Bericht über eine

[Seite 144, Z. 1-5]

Fallstudie", Referat für die dritte Tagung der Arbeitsgruppe "Comparative Politics" der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, Dezember 1970, 10.
67 H. J. Varain, "Das Parlament im Parteienstaat", in: Politische Vierteljahresschrift 5 (1964), 339-48 […].



Anmerkung
Der Verfasser bildet eine von Jäger referierte Gegenüberstellung verschiedener Autoren mit Literaturverweisen nach (ohne auf diesen zu verweisen). Erstaunlich ist, dass der Verfasser ebenso wie Jäger Kösers Referat kennt, das in den Bereich der "grauen" Literatur fällt. Da in Fußnote 18 des Verfassers ein Verweis auf Jäger (S. 134 f.) erfolgt, Wertung als Bauernopfer. Fußnote 62 ist bei Jäger nicht vorhanden. Zu den Fehlern:

– Es existiert kein von einer Person namens W. Gagel herausgegebener Sammelband, der Zur Rolle und Funktion der Parteien heißt. Auch im Literaturverzeichnis findet sich dieser sowohl unter dem Namen Gagel als auch Schmitz. Gemeint ist hier das Heft Politische Parteien im parlamentarischen Regierungssystem der Autoren Mathias Schmitz, Manfred Hättich und Walter Gagel. Die Zeitschrift Politische Bildung. Beiträge und Materialien zur wissenschaftlichen Grundlegung und zur Unterrichtspraxis, in der dieses 1967 erschienen ist, wurde damals von Gagel und Rolf Schörken herausgegeben. Zudem hat Schmitz' Aufsatz in Wirklichkeit den Titel Funktionen der Parteien im parlamentarischen Regierungssystem.

Heinz Josef Varains Aufsatz ist in Heft 3 des 5. Jahrgangs 1964 der Politischen Vierteljahresschrift erschienen (in der in Jägers Sammelband enthaltenen Quelle Mühleisen 1973a wird auf S. 25 auf Heinz Joseph Varain verwiesen; im Literaturverzeichnis des Verfassers firmiert Varain als Heinz-Josef). Bemerkenswert ist, dass der Verfasser bei der Übernahme so inkonsistent vorgeht, dass er einer nur vier Mal im Jahr erscheinenden Publikation ein fünftes Heft in einem bestimmten Jahr zuschreibt.

– Bei den Aufsätzen von Abendroth und Bermbach nennt der Verfasser statt des Jahrgangs der Zeitschriften eine "Nr.", was, als Ausgabe verstanden, in beiden Fällen eine falsche Angabe ist: Bermbachs Aufsatz, der auch auf Seite 112 angeführt wird, ist in Heft 3 des 1. Jahrgangs 1970 der Zeitschrift für Parlamentsfragen erschienen, Abendroths in Heft 3 des 5. Jahrgangs 1964 der Politischen Vierteljahresschrift. Dessen von Jäger fehlerhaft wiedergegebener Titel, den der Verfasser übernimmt, lautet zudem in Wirklichkeit Innerparteiliche und innerverbandliche Demokratie als Voraussetzung der politischen Demokratie.

Unabhängig davon nennt der Verfasser auf Seite 12, Seite 24 und im Literaturverzeichnis den korrekten Titel bei Abendroth; die richtige Angabe auf den beiden genannten Seiten dürfte darauf zurückzuführen sein, dass er in den jeweiligen Quellen, aus denen der Verfasser ihn dort übernimmt, richtig wiedergegeben wird.