Seite 16

Typus
Verschleierung
Quelle
Mühleisen 1973b
Dissertation:
Seite: 016, Zeilen: 10-18, 101-106, 115-125
 
Fundstelle:
Seite(n): 059; 060; 061; 081; 083, Zeilen: 26-28, 35; 01-03; 29-34; 33-40, 42-45; 01-03, 08-10, 15-21, 25-33
 
[Das Bemühen um einen umfassenden und verbindlichen Bezugrahmen der Parteienforschung ist durch das Fehlen eigenständiger theoretischer Ansätze gekennzeichnet, die diesem Anspruch genügen könnten9; …]

[…]

Besonders häufig wird in diesem Zusammenhang die Organisationstheorie bzw. Organisationssoziologie herangezogen10. Diese bietet sich insofern an, als die Definition ihres Gegenstandes auch politische Parteien einschließt: "An organization is a social system that has an unequivocal identity, an exact roster of members, a program of activity, and procedures for replacing members"11.

Die Verwendung organisationstheoretischer Fragestellungen und Erkenntnisse für die Parteienforschung ist inzwischen in einer Reihe von Arbeiten versucht und meist positiv beurteilt worden12.


9 siehe dazu Hans-Otto Mühleisen, Theoriebildung und politische Parteien, Diss. phil. Freiburg 1970
10 ebda, bes. S. 194-197;
zur Abgrenzung der Begriffe "Organisationstheorie", "Organisationssoziologie" und "Organisationsanalyse" siehe Renate Mayntz/Rolf Ziegler, Soziologie der Organisation, in: Handbuch der empirischen Sozialforschung, Band 2, Stuttgart 1969, S. 444
11 Theodore Caplow, Principles of Organization, New York 1964, S. 1; […]
12 Lee F. Anderson, Organizational Theory and the Study of State and Local Parties, in: William J. Crotty (Hrsg), Approaches to the Study of Party Organizations, Boston 1968, S. 375-403; Joseph A. Schlesinger, Political Party Organizations, in: James G. March (Hrsg), Handbook of Organizations, Chicago 1965, S. 764-801; Austin Ranney/Willmoore Kendall, Democracy and the American Party System, New York 1956, bes. S. 199 und 236; La Palombara/Weiner, The Origin and Development of Political Parties, a. a. O., S. 5 f; kritische Beurteilungen der Organisationstheorie für die Parteienforschung finden sich bei Herbert Kaufmann, Organization Theory and Political Theory, in: American Political Science Review, Nr. 58, 1964, S. 5 ff; Bernhard Hennessy, On the Study of Party Organization, und Samuel H. Barnes, Party Democracy and the Logic of Collective Action, beide in: Crotty (Hrsg), Approaches to the Study of Party Organizations, a. a. O., S. 6 bzw. S. 106
[Seite 59, Z. 26-28]

Von diesen scheint die moderne Organisationstheorie5 aufgrund ihres hohen Forschungsstandes und ihrer topischen Breite am ehesten geeignet.6

[Seite 59, Z. 35]

Auch daß die meisten der gebräuchlichen

[Seite 60, Z. 1-3]

Organisationsdefinitionen8 ohne Schwierigkeit die Parteien einschließen, mag zunächst als Indiz für die mögliche Übertragbarkeit organisationstheoretischer Fragestellungen auf politische Parteien dienen.

[Seite 61, Z. 29-34]

Die Verbindung von Organisationstheorie und Parteienforschung wurde schon in verschiedenen Arbeiten explizit versucht […]. Die wissenschaftliche Fruchtbarkeit einer solchen Verbindung wird […] unterschiedlich beurteilt.

Ausdrücklich versucht Anderson die Anwendung der Organisationstheorie auf die politischen Parteien.26

[Seite 62]

[Ähnliche Ergebnisse erbringt auch die Arbeit von Schlesinger,31

Konkrete Ansatzpunkte für die Organisationstheorie im Bereich der politischen Parteien nennen Ranney und LaPalombara/Weiner. Ranney unterscheidet drei Bereiche: die innere Organisation der Partei in bezug auf ihre Mitglieder,34 die Binnenorganisation in bezug auf Untergruppen35 und die innerparteilichen Aktivitäten in bezug auf Organisationsziele (-zwecke), wie Kandidatenauslese oder Mitgliederwerbung.36 Aus LaPalombara/Weiner kann man folgende Parteiphänomene als durch Organisationstheorie erklärungsfähige erschließen: …37

Auf der anderen Seite fehlt es aber auch nicht an negativen oder warnenden Stimmen zu der Verbindung von Organisationstheorie und politischen Parteien. Die Schwierigkeit der Anwendung der Organisationstheorie auf die Parteienforschung zeigt Kaufmann an vier Punkten: …38]

[Seite 81, Z. 33-40]

5 Zum Verhältnis der Begriffe "Organisationstheorie", "Organisationssoziologie" und "Organisationsanalyse", siehe: Renate Mayntz/Rolf Ziegler, "Soziologie der Organisation", in: Handbuch der empirischen Sozialforschung, Band 2, Stuttgart 1969, 444.
6 Zur Frage, warum andere Theorien (z.B. über Gruppe, Gesellschaft, Institution und Assoziation) weniger geeignet sind, vgl. Hans-Otto Mühleisen, Theoriebildung und politische Parteien, Diss. phil. Freiburg 1970, 194-97.

[Seite 81, Z. 42-45]

8 Z. B. die von Theodore Caplow, (in: Principles of Organization, New York et al. 1964, 1): "An organization is a social system that has an unequivocal collective identity, an exact roster of members, a program of activity, and procedures for replacing members."

[Seite 83, Z. 1-3]

26 Lee F. Anderson, "Organizational Theory and the Study of State and Local Parties", in: William J. Crotty (ed.), Approaches to the Study of Party Organizations, Boston 1968, 375-403.

[Seite 83, Z. 8-10]

31 Joseph A. Schlesinger, "Political Party Organization", in: James G. March (ed.), Handbook of Organizations, Chikago [sic] 1965, Chap. 18, 764-801.

[Seite 83, Z. 15-21]

34 Ranney/Kendall, Democracy and the American Party System, New York 1956, 199.
35 Ibid., 236.
36 Ibid., 199.

37 LaPalombara/Weiner, "The Origin and Development of Political Parties", in: LaPalombara/Weiner (eds.), Political Parties and Political Development, Princeton 1966, 5/6; […].

[Seite 83, Z. 25-33]

38 Herbert Kaufmann, "Organization Theory and Political Theory", in: American Political Science Review, 58 (1964), 5; […]. Andere warnende Stimmen, z. B. Bernard Hennessy, "On the Study of Party Organization", in: Crotty, Approaches …, 6, und Samuel H. Barnes, "Party Democracy and the Logic of Collective Action", in: Crotty, Approaches …, 106.



Anmerkung
Der Verfasser übernimmt von Mühleisen an dieser Stelle nicht so sehr Inhalte, schreibt jedoch dessen Literaturverweise mit denselben Seitenzahlen schlicht ab. Eine eigene Rezeption dieser Literatur ist nicht erkennbar; ein Hinweis auf die Herkunft dieser Verweise findet sich nicht. Zu den Fehlern:

– Der Begriff Organisationssoziologie kommt in Mühleisens Dissertation anscheinend nur im Literaturverzeichnis vor, jedenfalls nicht auf den S. 194-197; der Begriff Organisationstheorie wird im genannten Seitenintervall ebenfalls nicht erwähnt, jedoch auf S. 198 erörtert. Es ist daher sachlich nicht nachvollziehbar, wie der Verfasser zu seinem Verweis am Anfang von Fußnote 10 kommt. Zudem wird sowohl von Mühleisen selbst als auch vom Verfasser der Untertitel Bestandsaufnahme und Entwicklungsmöglichkeiten von Mühleisens Promotionsschrift, die sich im Literaturverzeichnis des Verfassers nicht findet, nicht aufgeführt. Der Verdacht liegt nahe, dass ihm diese nicht vorliegt.

– Das Adjektiv collective steht im Original bei Caplow; das entsprechende Zitat überträgt der Verfasser offenbar ebenso fehlerhaft von Mühleisen wie Hennessys Vornamen.

– Tatsächlich heißt der Autor von Organization Theory and Political Theory Herbert Kaufman und nicht "Kaufmann". Zudem gibt der Verfasser bei dessen Aufsatz statt des Jahrgangs der Zeitschrift eine "Nr." an. Hennessys Abhandlung beginnt auf S. 1, diejenige von Barnes auf S. 105; bei der Darstellung des Verfassers muss der Leser glauben, sie fingen auf den von ihm genannten Seiten an. Es ist also fraglich, ob dem Verfasser diese drei Abhandlungen tatsächlich vorliegen.
 

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