Seite 29

Typus
Bauernopfer / Verschleierung
Quelle
Naschold 1971 / Köser 1973b
Dissertation:
Seite: 029, Zeilen: 06-08, 14-17, 23-24, 102-111
 
Fundstelle:
Seite(n): 033; 052; 099; 174; 176, Zeilen: 22-24; 20-23; 08-09, 12-15; 35-36; 23-32
 
[Z. 6-8]

Neben praktischen Bedenken werden gegen das von Lipset selbst als "elitist theory of democracy"61 bezeichnete Konzept innerverbandlichen Parteienwettbewerbs aber auch grundsätzliche Einwände geltend gemacht.

[Z. 14-17]

Die vorgefundene Diskrepanz zwischen demokratischer Norm und sozialer Realität wird im Konzept des "democratic elitism"62 durch Reduzierung der Norm zu lösen bzw. zu modifizieren gesucht.

[Z. 23-24]

Dieser Verlust an normativer Substanz des Demokratiebegriffs rechtfertigt sich durch den Anspruch, "more realistic"63 zu sein.


61 S. M. Lipset, Einführung zur englischen Ausgabe von Robert Michels' Soziologie des Parteiwesens, New York 1962, S. 33
62 ein kritischer Literaturüberblick findet sich bei Peter Bachrach, The Theory of Democratic Elitism, Boston 1967; dt. Ausgabe Frankfurt/M. 1970; vgl. auch J. L. Walter, A Crique [sic] of the Elitist Theory of Democracy, in: American Political Science Review 1966, S. 285-295; Robert A. Dahl, Further Reflections on 'the Elitist Theory' of Democracy, ebda, S. 296-305; Otto Stammer, Zum Elitenbegriff in der Demokratieforschung, in: ders., Politische Soziologie und Demokratieforschung, Ausgewählte Reden und Aufsätze zur Soziologie und Politik, Berlin 1965, S. 169-182
63 S. M. Lipset, Einführung zu Michels, a. a. O., S. 35
[Naschold 1971, Seite 33, Z. 22-24]

Diese hier in den Grundzügen skizzierte elitist theory of democracy58 erhebt gegenüber der klassischen Theorie vor allem den einen Anspruch, daß sie "more realistic"59 ist.

[Naschold 1971, Seite 52, Z. 20-23]

[…] das "more realistic" Konzept des democratic elitism, setzt bei der Diskrepanz zwischen demokratischer Norm und Realität an und versucht, diese Spannung durch Reduzierung der normativen Basis zu beseitigen.

[Naschold 1971, Seite 99, Z. 8-9]

56 Vgl. den kritischen Literaturüberblick bei P. Bachrach, The theory of democratic elitism, Boston 1967.

[Naschold 1971, Seite 99, Z. 12-15]

58 Der Begriff wurde von S. M. Lipset in seiner Einführung zu der englischen Übersetzung von R. Michels' Buch, New York 1962, S. 33, eingeführt.
59 Ebd., S. 35.

[Köser 1973b, Seite 176, Z. 23-32]

32 Robert A. Dahl, "Further Reflections on 'the Elitist Theory' of Democracy", in: American Pol. Sc. Review 1966, 296-305; […] Peter Bachrach, Die Theorie demokratischer Elitenherrschaft, Frankfurt/M. 1970; Otto Stammer, "Zum Elitenbegriff in der Demokratieforschung", in: ders., Politische Soziologie und Demokratieforschung, 169-82; J. L. Walker, "A Critique of the Elitist Theory of Democracy", in: American Pol. Sc. Review 1966, 285-95.

[Köser 1973b, Seite 174, Z. 35-36]

[6 … s. auch] Otto Stammer, Politische Soziologie und Demokratieforschung. Ausgewählte Reden und Aufsätze zur Soziologie und Politik, Berlin 1965 […].



Anmerkung
1. Zur Quelle Naschold 1971: Es existiert kein Titel von Seymour Martin Lipset, der Einführung zur englischen Ausgabe von Robert Michels’ Soziologie des Parteiwesens heißt und 1962 in New York erschienen ist. Ein selbstständig erschienener Text, den Naschold meinen könnte, ist Michels' theory of political parties; Introduction to Collier Books edition of Political parties betitelt. Alternativ könnte er auch das in der 1962er-US-Ausgabe von Political parties (so der englische Titel von Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie) abgedruckte Vorwort von Lipset meinen. – Falls dem Verfasser eines der beiden Werke tatsächlich vorliegt, ist aber nicht nachvollziehbar, warum er dessen englischen Titel nicht nennt, wie es bei einer formalen Literaturangabe erforderlich wäre und wie er es bei englischsprachiger Literatur sonst üblicherweise tut. Gleichzeitig zitiert er Lipset aber auf Englisch. Er gibt also offenbar – in Anlehnung an Naschold – einen deutschen Titel in Unkenntnis eines englischen an und führt auch nur genau die beiden Stellen aus der Einführung an, die auch dieser nennt. Bei Lipset heißt es zumindest in dem selbstständig erschienenen Text auf S. 33 zudem „elitist“ theory of democracy; diese Anführungszeichen finden sich sowohl bei Naschold als auch beim Verfasser nicht.

Da der Verfasser am Ende des Absatzes für ein wörtliches Zitat auf Naschold (S. 48) verweist, Wertung als Bauernopfer für diese Quelle.

2. Zur Quelle Köser 1973b: Der Aufsatz Dahls heißt im Original Further Reflections on „The Elitist Theory of Democracy“. Die falsche Setzung der Anführungsstriche übernimmt der Verfasser offenbar von Köser. Den Nachnamen von Jack L. Walker überträgt der Verfasser falsch. Bei beiden Aufsätzen fehlt – wie in der Quelle – die Angabe des 35. Jahrgangs der American Political Science Review. Es ist daher fraglich, ob dem Verfasser diese Titel vorliegen.
 

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